5. März 2016

Die Rettung {Reise in die Vergangenheit und was ich dabei retten konnte}



Hallo ihr Lieben

Da bin ich endlich mal wieder. 
In den letzen Wochen war im echten Leben viel los und der Blog kam leider ziemlich zu kurz.  
Die Kreativ-Workshops "Ostern" sind in vollem Gange und brauchen einiges an (Vorbereitungs-) Zeit. 
(Es hat übrigens noch zwei Plätzchen frei am Mittwoch 16. März. 
Mehr Infos gibt es hier.)
Und ich war ein paar Mal auf Rettungsaktion
Davon will ich euch heute berichten. 








Die, die mich gut kennen, oder mir seit Beginn meiner Bloggerzeit folgen, wissen, dass ich eine Schwäche für alte Häuser habe.

Und der Zufall oder das Glück (?) will es, dass ich immer mal wieder an so alte Häuser ran komme.  
Sei es über Freunde (wie es hier der Fall war) oder über stille Leser meines Blogs, wie es dieses mal der Fall war. 

Vor etwas mehr als einem Jahr erhielt ich eine Mail von einer unbekannten Frau, die mir schrieb, dass in ihrem Dorf ein altes Bauernhaus geräumt würde. 
Sie lese meinen Blog und habe sogleich an mich gedacht. 
:-) Wie nett ist das denn? 
Ich hab mich über ihre Mail sehr gefreut und möchte an dieser Stelle auch grad noch mal Danke sagen. 
Ohne sie wäre mir dies alles entgangen. 






Die offizielle und öffentliche Räumung liegt nun ziemlich genau ein Jahr zurück. 
Das alte Haus war wohl schon sehr lange nicht mehr so voll von Leben wie an diesem Tag. 
Ich glaub, fast das ganze Dorf war gekommen um noch etwas zu ergattern.  

Während fast alle Leute im Haus waren, ging ich durch den Garten auf die Rückseite des Hauses, wo sich auch der Keller befand. 
Dort war es ruhig und ich konnte mich ungestört umschauen. 
Ich fand einen tollen alten Korb, der nun unsere Decken beherbergt. 
Und ich entdeckte unter anderem ganz viele alte Leitern, die jedoch nicht zugänglich waren.


Wegen den alten Leitern kam ich ein paar Wochen später noch ein zweites Mal zum Haus. 
Da hatte ich dann auch etwas Zeit um mit den Besitzern zu plaudern. 

Und von da an war ich immer mal wieder dort um noch irgend was zu retten.
(Bei Facebook hab ich ab und zu ein Bild gezeigt.)

Meist waren es Leitern die mit mir nach Hause kamen. 
Doch auch wunderschöne Türen (unter anderem diese auf dem nächsten Bild), Fenster, Fensterläden, alte Bretter, Weckgläser, Wandregale, eine Bank und zu guter Letzt sogar noch einen Teil einer Treppe!
Die sieht man auf dem übernächsten Bild.
Schaut nur wie die Tritte ausgetreten sind. 
Wer wohl in den vielen, vielen Jahren alles über diese Treppe gegangen ist? 

Diese Sachen sind so alt, dass sie so manche Geschichte erzählen könnten. 
Die Zeit hat in meinen Augen auf diesen Gegenständen wunderbar ihre Spuren hinterlassen. 
So wie es eben nur ganz viele Zeit kann. 
Einzigartig!







Während meiner Rettungsaktion hab ich das Haus richtig lieb gewonnen und auch seine Besitzer.  
Bei einem meiner letzten Besuche hab ich, nach Absprache mit ihnen, die Kamera mitgenommen und für euch noch einige Spuren der Zeit festgehalten. 






Das alte Haus wurde vor ca. 150 Jahren erbaut. 
Es ist leider in solch einem desolaten Zustand, dass sich eine Renovation nicht lohnen würde und vom Denkmalschutz abgesprochen wurde.  
Nächste Woche wird es komplett abgerissen.

Heute war ich nun das letzte Mal dort. 
In der Zwischenzeit hat der Antikholzhändler noch Wände und Böden rausgeschnitten und gerettet, was es an Altholz noch zu retten gab. 








Und ihr werdet es kaum glauben, aber ich hab sogar Blümchen gerettet. 
Nichts ahnend von ihrem Schicksal standen da nämlich vor dem Gartenzaun ganz viele Schnee- und Märzenglöckchen. 
Ich liebe diese ersten Frühlingsboten. 

Und weil ich wusste, dass in wenigen Tagen der Bagger auffahren würde und die Pflänzchen dem Erdboden gleich machen würde, fragte ich, ob ich einige ausgraben dürfe.  
Die Besitzer des Hauses kennen mich mittlerweile etwas und sind über meine (in manchen Augen) eigenartigen Freuden nicht mehr erstaunt. 
Nein ich glaube, sie freuen sich sogar, dass ein Teil des Hauses bei und durch mich weiter leben darf. 
Und so durfte ich dann auch von ihnen einen Spaten ausleihen um die Blümchen auszubuddeln. 
Das hat sicher ein lustiges Bild abgegeben wie ich da ganz allein vor dem Haus Schneeglöckchen ausgestochen habe. 
Zum Glück hatte es an diesem Tag kaum noch Schnee. 
Aber es war sehr kalt. 






Da wir leider keinen eigenen Garten haben, hab ich die Schnee- und Märzenglöckchen in Suppenschüssel und Weckgläser gepflanzt. 
Ich finde, die zarten Pflänzchen sind sehr fotogen. 








Einige gerettet Schätze zieren nun unserer Wohnung und ich freue mich tagtäglich daran.
So steht die alte Bank zum Beispiel jetzt bei uns im Eingangsbereich und passt dort wunderbar hin.

Vieles kann ich aus Platzgründen jedoch nicht selbst behalten. 
Viele Leitern haben bereits ein neues Zuhause gefunden. 
Ich habe aber noch ein paar. 
Falls jemand eine Leiter als Handtuchhalter, als Kleiderständer oder einfach als Dekoration möchte, der darf sich gerne bei mir melden. 
Auch 150 jährige Türen hätte ich zu verkaufen. 
Bei uns steht eine vor der Haustüre und auf dem Balkon als Dekoration. 
Ich verwende sie aber auch oft als Untergrund beim fotografieren.
Handwerklich begabte könnte auch eine Garderobe daraus zaubern. 

Für die alte Treppe habe ich bereits ein Platz in unserer Wohnung geschaffen. 
Sie ist sehr schwer und ich brauche noch alte Holzpfosten um sie abzustützen. 
Danach darf sie einziehen und soll mir als Dekotreppe / Blumentreppe dienen. 
Ich finde, sie ist etwas ganz Besonderes. 
Oder war hat schon eine 150 jährige Treppe in seiner Wohnung?


Ich danke den Besitzern des Hauses für Ihre Hilfsbereitschaft, ihre Offenheit und ihre Freundlichkeit. 
Für mich wird das Haus in guter Erinnerung bleiben und durch die Gegenstände, die nun bei uns sind, weiterleben. 


Herzlichst










Kommentare:

  1. Was für tolle Bilder. Die Treppe erinnert mich an unsere Treppe, die inzwischen aber schon erneuert wurde. Jede ausgelatsche Treppenstufe konnte eine 200 jährige Geschichte erzählen. Ich freue mich für Deine schöne Funde.
    Liebe Grüße Elisabeth

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  2. Liebe Gabriela,
    Normalerweise lese ich hier nur still mit und freue mich über Deine schönen Bilder. Aber heute muss ich mich einfach auch mal zu Wort melden - weil ich mich so freue, dass Du die Schneeglöggli und Märzenbecherli gerettet hast. (Und natürlich auch die anderen Sachen.) Vor drei Jahren durfte ich ebenfalls den Garten eines Abbruchhauses nach Brauchbarem durchforsten, aber leider war die Schneeglögglizeit bereits vorüber und so habe ich lediglich durch Glück und Zufall bzw. beim Ausstechen und Maiglöckchen diese hier entdeckt:
    http://nadias-cottage.blogspot.ch/2016/02/sie-sind-uberall-eine-liebeserklarung.html
    Sie leben nun in meinem Garten weiter und erfreuen uns jedes Jahr. Wie schön, dass "Deine" Schneeglöggli auch ihre Chance bekommen! :-)
    Härzlechi Grüessli,
    Nadia

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  3. Oh, hoffentlich hat irgend jemand einen Garten, wo du. die Schneeglöckchen einpflanzen kannst. Sons überleben sie den Sommer kaum....
    Schön, die Geschichte vom alten Haus.
    Herzlichst
    yase

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  4. Wow du Glückspilz......wunderbare Schätze
    und dein Schneeglöckchen wunderschön.....
    Ganz liebe Grüße
    Jen

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  5. Liebe Gabriela,
    wieder so tolle Bilder - vielen Dank fürs Zeigen!!! Leider hatte ich noch nie die Gelegenheit in solch einem alten Haus Bilder zu machen...ich mag solche Orte sehr gerne. Schade, dass das Haus nicht mehr zu retten war, aber du hast ja wenigstens einige Schätze dort retten können...und sogar die wunderschönen Schneeglöckchen. Es wäre richtig schade darum gewesen.

    Wünsche dir ein schönes Wochenende
    liebe Grüße
    Petra

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  6. Das muss ein Wahnsinnsgefühl gewesen sein. Ich liebe auch alte Häuser und könnte Stunden darin verbringen. Die Fotos sind so superschön geworden!
    Bussi Kuni

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  7. Liebe Gabriela,
    was für tolle Bilder. Ich mag so alte Häuser auch voll gerne und male mir auch gerne Geschichten dazu aus.
    Wer darinnen gewohnt hat und was alles passiert ist.
    Toll dass du jetzt einie Stücke dieser Geschichte bei dir zuhause hast.
    Liebe Grüße Silke

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  8. Liebe Gabriela,
    deine Bilder sind wie immer traumhaft schön und die Schneeglöckchen sind auch wirklich toll und extrem fotogen. Schade, dass du so weit weg bist.... hätte mir sonst gerne mal eine Leiter angeschaut . . .
    LG Dani

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  9. ich finde es ganz toll dass durch dich alte Sachen
    bewahrt wurden
    ich liebe auch alte Häuser ..hier gibt es sowas kaum.. oder man kommt nicht dran
    ich gehe gerne ins Freilichtmuseum wo alte Häuser aus den umliegenden Dörfern wieder aufgebaut wurden..
    liebe Grüße
    Rosi

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  10. Guten Morgen liebe Gabriela,
    schön das du über das Haus informiert worden bist.
    Durch deine Foto's hast du noch mehr als "nur" die Gegenstände von dem Haus gerettet ...
    Die Foto's von den Schneeglöckchen sind ein Traum.

    Herzliche Grüße
    Jutta

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  11. Liebe Gabriela, einfach wunderschön dein Post. Auf den Fotos herrscht eine ganz besondere Stimmung. Der Charme alter Dinge, Abschied und durch die Schneeglöckchen viel Frische und ein Neuanfang bei dir. Ganz liebe Sonntagsgrüße schickt dir Christine.

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  12. Hallo Gabriela,
    da wäre ich zu gerne dabei gewesen. Ich finde so alte Gemäuer mit ihrem alten Leben immer total fazinierend. Und alte Leitern liebe ich total. Die Schneeglöckchen hätte ich auch vor dem Bagger gerettet. Was für ein wunderschöner Post.
    Liebe Grüße
    Silke

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  13. Hallo Gabriela,
    faszinierende Fotos hat Du uns mitgebracht von Deinem Beutezug. Es tut immer weh, wenn solch ein Haus aufgegeben werden muss. Gut, das sich noch so viele Menschen bis hin zum Altholhändler bedienen konnte und Du auch Vegetation mitnehmen durftest. Hach, so ein richtig schönes rustikales großes Brett könnte mir auch gefallen.
    Liebe Grüße
    Karen

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  14. ahhhhhh i kann di soooo guat versteh
    i bekomm ah jedesmal HERZAL KLOPFEN
    wenn i so olte HÄUSER seh
    und du hast mit de BUIDLN direkt in de SEELE von dem
    HÄUSAL geblickt,,,,freu..freu

    hob no an feinen ABEND
    bussale bis bald de BIRGIT

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  15. Liebe Gabriela,
    da bluetet mein Herz, wenn ich sehe, dass solche Häuser eingerissen
    werden.... Ich hab aus dem Uralten Haus meiner Uroma auch alles
    gerettet, was zu retten war. Keiner wollte damals die alten Türen,
    Nähmaschine und sonstige Schätze. Jetzt, nachdem ich alles dekoriert
    habe, findet es auf einmal jeder ganz toll :-). Ich kann dich gut
    verstehen und wenn du nicht so weit weg wohnen würdest, würde ich
    eine Leister nehmen.
    Glg Christiane

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  16. Wunderschön liebe Gabriela! Das ist eine große Freude und sehr nett von der Leserin, dir diesen heißen Tipp zu geben.
    Die Schneeglöckchen sind ganz zauberhaft und so schön arrangiert.
    Ganz liebe Grüße von Sonja

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  17. Och, was für eine wunderbare Geschichte und was für bezaubernde Schneeglöckchen. Dieses haus war bestimmt ein mal ganz ganz wunderbar, zu schade, ....

    Hab es fein Sabine

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  18. Hallo Gabriela
    Die Geschichte ist wie deine Fotos einfach von Herzen! Tja leider werden solche Häuser immer mehr von unserer Bildfläche verschwinden weil sich keiner die Arbeit zum sanieren antuen möchte oder Geld verschwenden! Das sind die Gedanken sehr viele Menschen, aber schaut man sich heute diese modernen Häuser an, kein Raumklima, Schimmel, alles dicht usw usw, und passen auch nicht in das Ortsbild. Das hatte man früher in "alten Gemäuern" alles nicht!! Alte Gemäuer wenn man richtig hinhört und sieht können sehr viele Geschichten erzählen!!
    Man sollte mal darüber Nachdenken :)
    Ich wünsche dir und allen da draußen noch ein tolles Wochenende
    LG Imkerei Blütenstaub (Fritz)

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  19. Liebe Gabriela,
    ich bin ganz hin und weg. Ganz tolle Fotos. Und die Deko genau mein Ding, natürlich, schlicht, ländlich... einfach ein Traum.
    Schau jetzt öfter vorbei!
    Dir noch einen schönen Ostermontag.
    viele Grüße
    Christin

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Herzlichen Dank, dass du dir Zeit für einen Kommentar nimmst. Das freut mich sehr.
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