6. September 2015

Brocante-Souvenirs (die etwas anderen Ferienfotos)



Hallo ihr Lieben

Es ist bereits einen Monat her, seit wir in der Provence in den Sommerferien waren. 
Höchste Zeit euch ein paar Ferienfotos zu zeigen. 
Aber Achtung! 
Es sind nicht die "normalen" Bilder von schönen Häuser, romantischen Städtchen, gutem Essen und schönen Landschaften...

Heute gibt es ganz viele (!) Bilder meiner Brocante-Souvenirs.
Ich habe nämlich ein Auto voll mit nach Hause gebracht...





Als wir vor zwei Jahren bereits in der Provence waren, hab ich viele schöne alte Dinge gesehen, die mein Herz höher schlagen liesen. 
Doch ich konnte nur ganz wenig mit nach Hause nehmen, weil wir mit Kind und Kegel im Auto einfach keinen Platz mehr hatten. 















Dieses Jahr wollten wir zusätzlich eine Dachbox mitnehmen. 
Mein Mann und ich diskutierten viel und eines Abends schlug er vor mit 2 Autos in die Ferien zu fahren










Anfangs fand ich die Idee übertrieben. 
Nein, mit zwei Autos...
Doch je länger ich mich mit dem Gedanken anfreundete, desto besser gefiel er mir. 
Und so fuhren wir also mit zwei Autos in die Provence. 
Eines nahmen wir leer mit...
Die Fahrt verlief problemlos. 
Von meiner früheren Tätigkeit als Aussendienstmitarbeiterin in der ganzen Schweiz bin ich mir das Fahren von weiten Strecken gewohnt. 
Wir waren ausgestattet mit einem Funkgerät und konnten so jederzeit miteinander sprechen.
Jedes hatte auf dem Beifahrersitz ein Kind. 
So wurde es auch niemandem übel und Streit gab es auch nicht. 
Die ideal Art zu reisen. Hihihi!












Bereits am ersten Ferientag ging es auf zwei Brocantes. 
Mein Bub wollte unbedingt mitkommen
Die, die Kinder haben, können sich wohl vorstellen wie das mit einem fünfjährigen abläuft...
Die erste halbe Stunde ist lustig, dann wird es langweilig, man ist bald müde, hat Hunger und Durst... 
Grrrr...
Doch das Kind wollte trotzdem am Nachmittag noch an eine zweite Brocante mitkommen. 

















An der ersten Brocante kam ich mit einem älteren Verkäufer ins Gespräch. 
Er fragte mich ob ich Sammlerin sei. 
Sammlerin naja, sicher auch aber Wiederverkäuferin trifft es wohl schon besser. 
Er erzählte mir, dass er Sammler sei und drei Häuser voller alter Dinge habe.
In der Schweiz sei er auch schon auf Flohmärkten gewesen und bereise die halbe Welt um seine Sammlung zu vergrössern. 
Meine Augen mussten wohl geleuchtet haben und er schlug mir vor, dass ich in der nächsten Woche bei ihm zu Hause vorbei kommen solle. 
Wir tauschten die Telefonnummern und Adressen aus. 



An der zweiten Brocante fand ich das, was ganz oben auf meiner Wunschliste stand. 
Eine antike Schneiderpuppe
Ich konnte mein Glück kaum fassen.







Ich muss an dieser Stelle sagen, dass die Franzosen sehr freundlich sind. 
Ich hab viel mit den Leuten gesprochen und konnte dadurch meine Französischkenntnisse wieder auffrischen, was mich sehr freute. 
Die Leute boten sich immer an, um beim Tragen der schweren Einkäufe zu helfen. 











In der darauffolgenden Woche rief ich den älteren Verkäufer von der 1. Brocante an. 
Wir machten einen Termin ab und so fuhr ich mit der ganzen Familie durch die Lavendelfelder zu ihm und seiner Frau. 
Wir wurden sehr herzlich empfangen als würden sie uns schon lange kennen. 
Ich konnte meinen Augen kaum trauen, was ich da sah. 
Drei alte Häuser und in der Mitte ein schön begrünten Innenhof. 
Wir traten in das erste Haus ein. 
Was sich mir da bot, war der Wahnsinn
Ein wunderschönes, imposantes und sehr altes Haus. 
Ein ehemaliges Schulhaus mit hohen Räumen, Stuckaturen und Kamin in den Zimmern
Jedoch stark renovationsbedürftig und voll mit Sammlerstücken.








Wir arbeiteten uns durch die alten Sachen und hier und da fand ich etwas das mir gefiel und meinem Geschmack entsprach
Er merkte bald nach was ich Ausschau hielt und was mein Geschmack war.
Und ich war erstaunt, dass er sich von seinen Sammlerstücken trennen konnte. 

Die Frau nahm sich den Kinder an und unterhielt sich mit meinem Mann. 
Mein Mann sagte mir später, dass sie sehr nett war und sprach wie ein Buch.
Er habe kaum etwas verstanden
Verständlicherweise ist es für jemanden, der vor 30 Jahren in der Grundschule Französisch gelernt hatte, nicht ganz einfach.


Im Keller fand ich die schönsten Stücke. 
Eine wunder, wunderschöne alte Türe, alte Fenster, ein imposanter Fliegenschrank und viel Kleinkram.











Schnell war klar, dass ich nochmals alleine mit einem leeren Auto zurück kommen musste.
So fuhren wir zurück und nach dem Mittagessen fuhr ich nochmals alleine die knappe Stunde dort hin. 
Ich blieb nochmals etwa 3 Stunden dort. 
Wir redeten so viel und ich hatte noch nicht alle Räume gesehen.
Die Zeit verging wie im Flug.
Am Schluss sagten mir beide, dass sie sich freuen uns im nächsten Jahr wieder zu sehen und wir jederzeit auch bei ihnen übernachten dürften. 
Diese Herzlichkeit hat mich sehr überrascht und berührt.








Auch am zweiten Sonntag ging es an zwei Brocantes. 
Wiederum dabei mein Junge. 
Wiederum das gleiche Szenario wie am vergangenen Sonntag...
Um 10 sassen wir schon im improvisierten Restaurant und wollten Frites essen... (die mitgebrachten Cracker und Farmerstengel hatte er bereits verspeist)
Natürlich war es absolut unmöglich um diese Zeit schon etwas essbares zu bekommen.
Den Rest könnt ihr euch ja denken...
Wiederum hab ich wunderbare Sachen gefunden und musste auf einige grosse Sachen verzichten, weil ich ja das Auto schon recht voll hatte. 







Das Laden der Autos war eine grosse Herausforderung
Mein Mann hat das aber super gemacht. 
Der Inhaber von unserem Apartement bot mir an, einen Teil bei ihnen zu lassen, falls nicht alles in die Autos passt. 
Er hatte schon die ganze Woche Bedenken, als er sich meine Trouvaillen ansah, dass nicht alles rein passt.
Doch schlussendlich ging dann alles rein. 
Welch ein Wunder!

Zu Hause hab ich den ganzen Sonntag das Auto aus- und alles schön säuberlich und einigermassen ordentlich in mein Schatzkämmerchen eingeräumt. 








Ich muss schon sagen, der Aufwand ist nicht zu unterschätzen. 
Doch es macht auch grossen Spass!

Einen Grossteil meiner Trouvaillen habe ich für euch nach Hause gebracht
Ihr wisst ja, alles kann ich nicht behalten. 
So leid es mir für die Schätze tut, denn sie gefallen mir alle sehr. 
Doch wir haben einfach nicht den nötigen Platz dafür. 
Und ich freue mich immer sehr, wenn jemand bei mir im Schatzkämmerchen etwas findet und dann seine Freunde daran hat. 







Einiges habe ich aber schon für mich behalten. 
Und einiges hat schon ein neues Plätzchen gefunden. 
Es waren bereits ein paar Leute bei mir. 
Sie haben einen Teil meiner Schätze auf meiner Facebookseite gesehen und mich kontaktiert. 
Einige haben sogar einen ziemlich langen Weg auf sich genommen um extra zu mir zu kommen.

Viele schöne, alte Dinge sind jedoch noch in meinem Schatzkämmerchen und warten auf ein neues zu Hause. 
Und einige Schätze sind umgezogen. 
In ein supertolles Atelier wo ihr sie bald bestaunen und auch kaufen könnt.
Davon berichte ich euch aber im nächsten Post. 


Habt es fein!


Herzlichst